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Ich bin gerade tief in ein Projekt vertieft, die Gedanken laufen wie von selbst.
Bing, Bing, Bing!
Teams meldet sich zu Wort. Erst geht es ums Mittagessen, dann darum, wer wann kann, wer nicht will, wer später kommt. Im Minutentakt trudeln neue Nachrichten ein. Und mit jeder davon rutscht mein Fokus ein Stück weiter weg, bis er schließlich ganz verschwunden ist.
Und weil ich ohnehin schon aus dem Tritt bin, öffne ich „nur kurz“ noch Outlook – vielleicht ist da ja auch etwas reingekommen. Natürlich ist etwas reingekommen. Und plötzlich bin ich nicht mehr im Flow, sondern irgendwo zwischen Teamchat, Mail und Gedankenfetzen unterwegs.
Zwei Tage später, beim zufälligen Klick auf die kleine Uhr unten rechts am Bildschirm, entdecke ich etwas, das mir vorher nie aufgefallen war: „Fokus“ in Windows 11/Microsoft 365. Ein Klick – und plötzlich ist alles still. Keine Pop-ups, keine Pings, keine Ablenkung. Nur noch eine Aufgabe. Ein kleines Stück Ruhe im digitalen Alltag.
Die Konzentration retten
25 Minuten konzentriert arbeiten, 5 Minuten Pause. Ein Rhythmus, der erstaunlich gut funktioniert und mich zuverlässig in die Spur hält. Der Fokusmodus plant zusätzlich kurze Regenerationszeiten ein – wie eine eingebaute Pomodoro-Methode.
Ich nutze den Fokusmodus auch ganz anders; oft einfach als kleinen Fünf‑Minuten‑Breakout. Kurz einstellen, starten – und dann schaue ich, ob sich das Problem in dieser Zeit lösen lässt. Fünf Minuten sind erstaunlich ehrlich, denn entweder komme ich direkt voran, oder ich merke ziemlich schnell, dass das Thema größer ist und später einen richtigen Platz im Kalender braucht.
Dieser Mini‑Block hilft mir, nicht in Kleinkram zu versinken. Fünf Minuten Fokus, und entweder ist es erledigt – oder es wandert bewusst auf die Liste für später. Kein Verzetteln, kein endloses Hin‑und‑Her, sondern ein klarer, kleiner Rahmen, der Ordnung in den Kopf bringt.
Langes Arbeiten am Bildschirm zieht die Zeit irgendwann in die Länge – die Augen werden müde, der Kopf schwer, der Rücken spannt, die Konzentration dünner. Da hilft es mir, wenn die Pausenfunktion im Fokusmodus mich zwischendurch daran erinnert, kurz aufzustehen, die Schultern zu lockern und einmal tief durchzuatmen. Die kleinen Pausen kommen automatisch, ohne dass ich selbst darauf achten muss. So entsteht ein ruhiger Arbeitsrhythmus, der mich einfach gut durch den Tag begleitet.
Kurz erklärt: „Fokussitzung“ ist eine Funktion in Windows 11/Microsoft 365, die Benachrichtigungen stummschaltet, Pop-ups ausblendet und einen Timer startet. Aufgaben aus der To-Do-Liste lassen sich einbinden, Pausen werden eingeplant planen – und plötzlich entsteht wieder Raum für echte Konzentration.
Pomodoro-Kurzinfo: Die Pomodoro-Methode wurde in den 1980er-Jahren von Francesco Cirillo entwickelt. Sie teilt Arbeit in kurze, klare Zeitblöcke: 25 Minuten Fokus, 5 Minuten Pause. Nach vier Durchgängen folgt eine längere Pause von 15–30 Minuten. Ziel ist es, Ablenkungen zu reduzieren, die Konzentration zu steigern und ein realistisches Gefühl für den eigenen Arbeitsaufwand zu bekommen.

